DAN Cases A4 SFX v2 im Test: Erster Prototyp der Neuauflage des Mini-ITX-Gehäuses

2023-03-01 11:42:44 By : Ms. Jenny J

Das DAN Cases A4 SFX ist eine echte Kickstarter-Erfolgsgeschichte. Bei der ersten Kampagne 2016 verkaufte DAN Cases 1.600 Exemplare des Mini-ITX-Gehäuses. Die in Details verbesserte Version v2 wurde erneut vom 28.5. bis 27.6. dieses Jahres auf Kickstarter angeboten, diesmal unterstützten sogar 2.105 PC-Bauer das Projekt. Mittlerweile ist die Produktion angelaufen und es gibt vom DAN Cases A4-SFX v2 einen Prototyp, den wir für Sie ausführlich testen dürfen.

Das DAN Cases A4 SFX ist nicht nur das wohl kleinste Mini-ITX-Gehäuse auf dem Markt, es ist auch eine echte Kickstarter-Erfolgsgeschichte. Nachdem im letzten Jahr 1.600 Exemplare verkauft wurden und auch die Restbestände bei Caseking sowie der britischen Tochter overclockers.co.uk schnell vergriffen waren, entschloss sich DAN Cases, eine als v2 bezeichnetet, in Details verbesserte Neuauflage erneut als Kickstarter-Projekt anzubieten. Die Kampagne für das DAN Cases A4 SFX v2 startete am 29.5. dieses Jahres und die überarbeitete Variante des äußerst kompakten Mini-ITX-Gehäuses (7,25 Liter Innenraum) mit "Small Form Factor" (kurz: SFF) war mindestens genauso erfolgreich wie der Vorgänger.

Nach nur 6 Minuten war das DAN Cases A4 SFX v2, dessen Preis mit Standard-Seitenteilen aus Alu bei 230 Euro legt, bereits vollständig finanziert. Zum Ende der Kickstarter Kampage am 27.6.2017 hatte DAN Cases einen Betrag von unglaublichen 550.464 Euro gesammelt und somit das wohl kleinste Gaming-PC-Gehäuse der Welt an insgesamt 2.105 Unterstützer verkauft. Von diesen Exemplaren stellte uns DAN Cases jetzt einen von zwei Prototypen zum Test zur Verfügung und liefert uns auch noch das optionale Window-Kit für 60 Euro mit. Das wird laut den Infos von DAN Cases jedoch nicht in Deutschland erscheinen und nur für Kickstarter-Kunden sowie in Japan verfügbar sein.

Auch beim A4-SFX v2 kommt wie schon bei der ersten Version ein PCI-Express-Verlängerungskabel (Das 3M Twin Axial Riserkabel) zur Positionierung der Grafikkarte hinter dem Motherboard zum Einsatz - es kommt unverändert zum Einsatz. Zum Schutz der Grafikkarte befindet sich auch im DAN Case A4 SFX v2 wieder eine Abdeckung aus transparentem Plastik. Diese als Plastic Shield bezeichnete Schutzfolie sorgt dafür, dass Grafikkarten ohne Backplate nicht in den Kontakt mit dem Motherboard-Tray oder Netzteil kommen und so einen Kurzschluss verursachen. Wie wir auf der Produktseite erfahren, hat man der zweiten Version des A4 SFX auch eine GPU-Einbaublende spendiert und den USB-3.0-Port besser zentriert. Dazu kommen Motherboard-Abstandshalter, die nun eingestanzt, anstatt eingeschraubt sind, sowie Gerätefüße aus Gummi für eine bessere Rutschfestigkeit.

Eine weitere größere Änderung erkennen wir am Boden vorne und nutzen diese später auch beim Einbau unserer Komponenten. Die Laufwerkshalterung für zwei 2,5-Zoll-SSDs/HDDs konnte zwar schon beim Vorgänger ausgebaut werden. Die Montage eines 92-mm-Lüfters oder gar eines 92-mm-Radiators einer Kompakt-Wasserkühlung ist aber erst beim A4 SFX v2 möglich, da die Gewinde zur Befestigung der Halterung mit den Schraubenlöchern der Lüfter passgenau sind. Sollte ein Wakü-Radiator zum Einsatz kommen, muss dieser sehr niedrig ausfallen - und die Auswahl ist äußerst klein. Auf Nachfrage empfiehlt uns DAN Cases die Asetek 545LC, die leider nicht in Deutschland erhältlich ist und für rund 100 Euro importiert werden muss. Mit der Kickstarter-Kampagne dieses Jahres bot DAN Cases auch erstmalig das sogenannte Window-Kit für das A4 SFX (v2) an. Das soll 60 Euro kosten und hat sich 66-mal einzeln und 690-mal im Paket mit dem A4 SFX v2 für isgesamt 290 Euro verkauft. Wie wir bei unseren Temperaturmessungen feststellen, macht das Plexiglasfenster mit Alu-Rahmen und Cliptechnik optisch zwar einiges her, verändert aber auch messbar die Kühleigenschaften des DAN Case A4 SFX v2 - doch dazu später mehr.

Viele Komponenten passen nicht ein Gehäuse mit lediglich 7,25 Liter Innenraumvolumen und auch die Ausstattung des A4 SFX v2 konzentriert sich auf das Wesentliche. Immerhin lassen sich zwei 2,5-Zoll-SSDs oder HDDs an die nun demontierbare Halterung am Boden anbringen. Ein weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk lässt sich hinter der Frontabdeckung anschrauben; für 3,5-Zoll-HDDs ist auch im A4 SFX v2 kein Platz. Der Innenraum ist nach dem Zweikammerprinzip aufgebaut, wobei sich Mainboard, Netzteil und Laufwerke in der einen Kammer befinden, während die zweite Kammer dank der PCI-Express-Verlängerung auch High-End-Grafikkarten wie die von uns für die Lautheits- und Temperaturmessungen eingesetzte Inno3D Geforce GTX 1080 Ti beherbergen kann. Die GPU darf jedoch nicht höher als zwei PCI-Express-Steckplätze sein und eine Länge von 295 mmm nicht überschreiten.

Das Bestücken des kleinsten PC-Gaming-Gehäuses mit einer leistungsstarken GPU von der Stange ist also absolut unproblematisch. Einen CPU-Kühler zu finden, der trotz Top-Blow-Bauweise ordentlich kühlt und vor allem nicht zu hoch ist (gemessene Maximalhöhe: 48 mm), fällt da schon viel schwerer. Auch hier haben wir von DAN Cases folgende Empfehlungen bekommen: Den Cooltek LP53, bei dem der mitgelieferten Lüfter durch den Noctua A9x14 ersetzt werden sollte (Befestigung per Kabelbinder ist notwendig), den nicht gerade leisen Cyorig C7 oder den von uns genutzten Noctua L9i. Für leicht verbesserte Kühlung empfiehlt man uns sogar den zusätzlichen Einsatz des BitsPower Ultimate Fan-Adapter 92mm/120 mm. Die letzte Einschränkung, die ein besonders kompaktes SFF-Gehäuse wie das A4 SFX v2 mit sich bringt, betrifft das Netzteil. Das SFX-Format muss der Stromgeber auf jeden Fall haben und wenn eine SFX-L-Variante zu Einsatz kommt, dann sollte die Laufwerkshalterung für eine bessere Kabelverlegung weichen. Da das DAN Cases A4 SFX v2 eine sehr spezielle Hardware-Behausung ist, haben wir übrigens auf eine Ausstattungswertung verzichtet.

DAN Cases A4 SFX v2: Erster Prototyp der Neuauflage des Mini-ITX-Gehäuses im PCGH-Testlabor (27) Quelle: PC Games Hardware Unsere anfängliche Befürchtung, dass die Bestückung der A4 SFX v2 mit potenter Hardware sehr kompliziert ist, hat sich im Praxistest erfreulicherweise als falsch herausgestellt. Der Einbau der bereits mit einem passenden CPU-Kühler bestückten Platine, die Montage des Netzteils und der Grafikkarte sowie das Befestigung der Laufwerke an ihren Halterungen fordert etwas Geschicklichkeit, wird jedoch keinesfalls zu Geduldspiel. Das Einsetzen und Verschrauben der Hauptplatine ist schnell erledigt, die Verbindungskabel zu dem Ein-/Aus-Schalter und dem USB-3.0-Anschlusses an der Front sind zügig befestigt und verlegt. Letzteres gilt auch für die beiden Kabel (achtpolig und 24-polig), die vom Netzteil zum Mainboard gehen. Bei der Wahl des SFX-Netzteils sollte man zum einem darauf achten, dass der Stromgeber über ein Kabelmanagement verfügt, sodass man beispielsweise beim Einsatz einer SATA-M.2-SSD auf den Anschluss des SATA-Strangs verzichten kann. Des Weiteren sollte unterhalb der modularen Anschlüsse des Netzteils noch Platz bleiben, damit sich die oft wenig flexiblen Kabel vom Netzteil verstauen lassen.

Der Einbau einer großen Grafikkarte, wie beispielsweise die im Test zum Einsatz kommende Inno3D GTX 1080 Ti (Größe: 12,5 x 27,5), in die GPU-Kammer ist dagegen sehr einfach und dauert nur Sekunden. Das gilt auch für die Verlegung der Kabel zur Stromversorgung des Render-Boliden, die sich direkt vom Anschluss am Netzteil zu den Steckern an der GPU führen lassen. Wie schon bei der Ausstattung vergeben wir, anders als sonst, auch hier keine konkrete Wertungsnote, da das DAN Cases A4 SFX v2 bei den Eigenschaften einen Sonderstatus einnimmt. Abschließend noch ein paar Worte zur Qualität des DAN Cases A4 SFX v2. Das Mini-Gehäuse ist komplett aus Aluminium gefertigt (Wandstärke 1,5 mm), für seine Größe ist es erstaunlich verwindungssteif und Schnittkanten gibt es nur wenige.

Da man im A4 SFX v2 aus Platzgründen maximal einen 92-mm-Gehäuselüfter anstelle der Laufwerkshalterung anbringen kann, muss das Kühlkonzept dieses Mini-Gehäuse anders formuliert werden. Wie man auf der DAN-Cases-Hompage selbst nachlesen kann, sollen alle eingebauten Komponenten in der Lage sein, sich selbst zu kühlen, indem sich diese die Frischluft direkt durch die Seitenteile aus der Umgebung ansaugen. Des Weiteren soll erwärmte Luft innerhalb des Gehäuses nach oben steigen, um durch die Lüftungslöcher im Deckel zu entweichen. Laut DAN Cases arbeite dieses spezielle Belüftungssystem sehr wirkungsvoll und weise im Vergleich zu anderen Gehäusen eine deutlich bessere Kühleffizienz auf. Soweit die Theorie respektive das Ergebnis erster Messungen mit dem Prototypen seitens des Hersteller. Da wir ebenfalls einen Prototypen im Testlabor stehen haben, können wir unsere eigenen Messungen durchführen, um zu sehen, wie die Praxis aussieht.

Zu diesem Zweck bestücken wir den Gehäusezwerg mit unserem Testsystem, das aus einem Core i7-6700K, aus einer Asus-Mini-ITX-Platine mit Z170-Chipsatz, der Inno3D Geforce GTX 1080 Ti (84 Grad Temp-Target), 2 x 8 GiByte DDR4-2133-RAM, dem Noctua L9i (Q-Fan-Profil: Standard) sowie dem Sharkoon Silent Storm 500 Watt (SFX-L, 80+ Gold) besteht. Wie immer heizen wir auch das Innere des A4 SFX v2 bei einer Umgebungstemperatur von 24° C ca. eine Stunde auf und nutzen dazu dasselbe Witcher-3-Savegame (1080p, maximale Details außer Hairworks), das auch bei regulären Gehäusetests eingesetzt wird. Da uns DAN Cases bereits informiert hat, dass die Kühlleistung durch das Wnidow-Kit messbar reduziert wird, führen wir zwei Testläufe durch und können so die Messwerte beim Standard-Seitenteil und dem Window-Kit miteinander vergleichen. Ist das A4 SFX v2 mit den regulären Seitenteilen bestückt, geht das Kühlkonzept des Herstellers voll auf, das bestätigen unsere Messwerte. Der Prozessor wird nicht zuletzt dank des einem normalen Turmkühler an Leistung deutlich unterlegenen Micro-Modells 82,7 °C warm, jedoch nicht gefährlich heiß. Die Grafikkarte hängt zwar am Temperaturlimit, arbeitet aber immerhin noch mit einem Takt von 1.711 MHz bei einer Lüfterdrehlzahl 1.882 U/min. Selbst eine Temperaturentwicklung von 74 °C ist für die auf der Rückseite der Platine angebrachte M.2-SSD noch unbedenklich. Dazu kommt eine akzeptable und primär von den Lüftern der Grafikkarte verursachte Lautheit von 2,4/3,3 Sone (50 cm Abstand frontal/schräg vorne [45-Grad-Winkel]).

Unsere beim Einsatz des Window-Kits ermittelnden Werte stützen die Aussage von DAN Cases, dass die Kühlleistung beträchtlich abnimmt und es für CPUs mit einem TDP jenseits von 65 Watt gefährlich wird. Der Core i7-6700K, dessen TDP 91 Watt beträgt, wird mit 90,5 °C schon bedenklich heiß und auch bei der GTX 1080 Ti von Inno3D erhöht sich die GPU-Temperatur auf 88°C, während gleichzeitig der Takt bei einer auf 1.951 U/min erhöhten Lüfterdrehzahl auf 1.481 MHz sinkt. Zusätzlich dringen auch laute 3,1/3,6 Sone aus der Kammer, in der die GTX 1080 Ti eingebaut st. Wer mit dem DAN Cases A4 SFX v2 also einen High-End-Gaming-PC aufbauen möchte, sollte die lediglich die Optik aufwertenden Fenster-Seitenteile links liegen lassen.

DAN Cases präsentiert uns mit dem A4 SFX v2 erneut ein Hardware-Heim, das wirklich das kleinste sowie außergewöhnlichste Computergehäuse der Welt ist. Trotz gerade einmal 7,25 Liter Innenraumvolumen geht der Einbau der Hardware deutlich einfacher von der Hand als bei vielen anderen Mini-ITX-Gehäusen. Dinge wie die PCI-Express-Verlängerung, die demontierbare Laufwerkshalterung oder die GPU-Schutzfolie sind nützlich. Der Innenraumaufbau ist sehr durchdacht und spielt gleichzeitig dem Kühlkonzept in die Hände. Letzteres geht voll auf, sodass DAN Cases das Versprechen halten kann, dass das A4 SFX v2 auch High-End-Hardware noch ausreichend kühlt. Da dieses SFF-Gehäuse eine Klasse für sich ist, geben wir auch nur eine Gesamtnote, die mit "voll gut" (2+) sehr positiv ausfällt.